In 8 Wochen zur §34k-Prüfung: Lernplan für Berufstätige
Ein realistischer 8-Wochen-Lernplan für die §34k-Prüfung neben dem Job – mit Wochentabelle, Tagesroutine und Varianten für 4 und 12 Wochen.

Inhaltsverzeichnis
Job, Familie, Alltag – und jetzt noch die Sachkundeprüfung? Mit einem klaren §34k Lernplan schaffst du die IHK-Prüfung auch neben dem Beruf. Hier bekommst du einen 8-Wochen-Plan mit Themen, Stunden und Tagesroutine, plus zwei Varianten für Schnelle und für Entspannte. Stand: Oktober 2026.
Kurz gesagt: Ein §34k Lernplan für Berufstätige umfasst rund 105 Stunden, verteilt auf 8 Wochen mit etwa 13 Stunden pro Woche. Du lernst drei Wochen Recht, drei Wochen Finanzierung, eine Woche Kundenberatung und Wiederholung und nutzt die letzte Woche für Prüfungssimulationen unter Echtzeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Basis: Der DIHK-Rahmenplan empfiehlt 140 Unterrichtseinheiten (ca. 105 Stunden) – eine Empfehlung, keine Pflicht.
- 8 Wochen bedeuten rund 13 Stunden pro Woche, z. B. 1,5 Stunden an Werktagen plus 5,5 Stunden am Wochenende.
- Die letzte Woche gehört komplett der Prüfungssimulation: 100 Fragen in 150 Minuten.
- Alternativen: 4 Wochen intensiv (ca. 26 Std./Woche) oder 12 Wochen entspannt (ca. 9 Std./Woche).
Wie viel Zeit braucht ein realistischer §34k Lernplan?
Der DIHK-Rahmenplan für die Sachkundeprüfung nach § 34k GewO empfiehlt 140 Unterrichtseinheiten (UE). Eine UE umfasst üblicherweise 45 Minuten. Das ergibt rund 105 Stunden Lernzeit. Diese Zahl ist für Vorbereitungslehrgänge gedacht und keine Pflicht – sie ist aber ein guter Richtwert für deinen eigenen Plan.
Die 140 UE verteilen sich auf drei Bereiche: Kundenberatung (30 UE), Kenntnisse für Vermittlung und Beratung (50 UE) sowie Finanzierung und Kreditprodukte (60 UE). In der Prüfung erwarten dich 100 Fragen: 40 in Teil 1 (Vermittlung und Beratung) und 60 in Teil 2 (Finanzierung). Kundenberatung ist in beide Teile eingebaut. Mehr zum Aufbau liest du in unserer kompletten Lernstrategie für die §34k-Prüfung.
| Zeitraum | Stunden pro Woche | Geeignet für |
|---|---|---|
| 4 Wochen | ca. 26 | Urlaub/Bildungszeit, viel Vorwissen |
| 8 Wochen | ca. 13 | Berufstätige mit Vollzeitjob |
| 12 Wochen | ca. 9 | Quereinsteiger, Eltern, Schichtarbeit |
Hast du bereits eine Ausbildung oder Erfahrung im Kreditgeschäft, kannst du die Stunden für bekannte Themen kürzen. Prüfe vorher, ob du die Prüfung überhaupt brauchst: Manche Abschlüsse sind gleichgestellte Qualifikationen.
Der 8-Wochen-Lernplan für die §34k-Prüfung im Überblick
Der Plan folgt einer einfachen Logik: erst die rechtlichen Grundlagen, weil ihre Begriffe überall vorkommen, dann Produkte und Rechnen, dann Beratung als verbindendes Element. Die letzte Woche dient nur der Wiederholung und Simulation.
| Woche | Schwerpunkt | Themen laut Rahmenplan | Std. |
|---|---|---|---|
| 1 | Start & Rechtsgrundlagen | Prüfungsaufbau verstehen, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Vertragsrecht (Widerruf, Rücktritt, Anfechtung), Kaufvertrag, Eigentumsvorbehalt | 13 |
| 2 | Verbraucherkreditrecht | Allgemein- vs. Immobiliar-Verbraucherdarlehen, neue Regeln ab 20.11.2026, Informationspflichten, SECCI, Vergütung, Transparenz, Kündigung | 13 |
| 3 | Berufsrecht & Verbraucherschutz | § 34k-Pflichten, Registrierung, Weiterbildung, GwG, § 18a KWG, AGB, UWG, PAngV-Werbung, Datenschutz, KI-Verordnung, Aufsicht, Schlichtung, Geldpolitik | 13 |
| 4 | Kreditprodukte | Dispo/Kontokorrent, Ratendarlehen, Bauspardarlehen, Kreditkarte, Privatleasing, Avale, BNPL, Fördermittel, Finanzierungsbedarf | 13 |
| 5 | Zinsen & Rechnen | Zinsrechnung, Effektivzins nach PAngV, fester vs. variabler Zins, Annuität und Ratenberechnung, Haushaltsrechnung | 13 |
| 6 | Bonität, Sicherheiten, Risiken | Scoring, SCHUFA, Tragfähigkeit, Fraud, Sicherheiten, Kopplungsgeschäfte, Kündigung, Privatinsolvenz, Vorfälligkeitsentschädigung, Umschuldung | 13 |
| 7 | Kundenberatung & Wiederholung | Kundensituation, Bedarf, Gesprächsphasen, Einwände, negative Kreditentscheidung, Ratenschutz; Wiederholung Teil 1 | 13 |
| 8 | Simulation & Feinschliff | 2–3 komplette Probeprüfungen (100 Fragen/150 Min.), Fehlerprotokoll, Formeln, Lücken schließen | 14 |
| Gesamt | 105 | ||
Kundenberatung taucht zwar erst in Woche 7 als Schwerpunkt auf, du begegnest ihr aber vorher ständig: Jede Informationspflicht und jedes Produkt hat einen Beratungsbezug. Notiere dir solche Verknüpfungen schon in den ersten Wochen.
Woche für Woche: Worauf du achten solltest
Wochen 1–3: Recht als Fundament
Der Rechtsteil wirkt anfangs trocken. Lerne ihn mit Fällen statt Paragrafen: „Kunde unterschreibt am Montag, will am Freitag aussteigen – was gilt?“ Arbeite parallel mit Karteikarten für Begriffe und Fristen. Vertiefung findest du im Pillar Kundenberatung und Recht für Darlehensvermittler und im Erklärer zu SECCI und Informationspflichten.
Wochen 4–6: Finanzierung und Rechnen
Teil 2 bringt 60 von 100 Punkten. Rechne hier jeden Tag mindestens drei Aufgaben – mit dem eigenen nicht programmierbaren Taschenrechner, den du auch in der Prüfung nutzt. Die Formeln hast du mit unserer §34k-Formelsammlung griffbereit, Produkte vertiefst du im Pillar Kreditprodukte und Finanzierung.
Woche 7: Beratung verbinden
Jetzt fügst du alles zusammen. Spiele Beratungsgespräche gedanklich durch: Eröffnung mit Statusangabe, Analyse der Kundensituation, Lösung, Einwände, Abschluss, Betreuung. Wiederhole parallel die Rechtsthemen aus den Wochen 1–3, damit sie nicht verblassen.
Woche 8: Prüfung simulieren
Mache zwei bis drei komplette Durchläufe unter Echtzeit: 100 Fragen, 150 Minuten, keine Pause. Werte jeden Fehler aus. Die letzten zwei Tage vor der Prüfung lernst du nichts Neues mehr, sondern wiederholst nur dein Fehlerprotokoll.
Prüfungstipp
Im Schnitt hast du 1,5 Minuten pro Frage. Trainiere in der Simulation zwei Durchgänge: zuerst alle sicheren Fragen, dann die markierten Rechen- und Fallaufgaben.
Tagesroutine: So passt das Lernen in deinen Arbeitsalltag
13 Stunden pro Woche klingen viel. Verteilt auf kleine, feste Blöcke wird daraus eine machbare Routine. Ein Beispiel:
| Tag | Zeit | Inhalt |
|---|---|---|
| Montag–Freitag | je 1,5 Std. (7,5 Std.) | 20 Min. Wiederholung (Karteikarten), 50 Min. neuer Stoff, 20 Min. Übungsfragen |
| Samstag | 3 Std. | Größerer Themenblock, Rechenaufgaben, Zusammenfassung der Woche |
| Sonntag | 2,5 Std. | Wochentest, Fehlerprotokoll, Planung der nächsten Woche |
- Aufwärmen mit Wiederholung Starte jede Einheit mit Karteikarten aus den Vortagen. Das aktiviert dein Gedächtnis und nutzt den Effekt verteilter Wiederholung.
- Neuer Stoff in einem Block Arbeite ein klar umrissenes Thema durch, z. B. „Sicherungsübereignung“. Handy aus, Benachrichtigungen stumm.
- Aktiv abrufen Klappe die Unterlagen zu und schreibe aus dem Kopf auf, was du gelernt hast. Formuliere drei Fragen an dich selbst.
- Übungsfragen Beende jede Einheit mit einigen Übungsfragen zum Rahmenplan.
- Fehler notieren Trage falsch beantwortete Fragen in dein Fehlerprotokoll ein – mit der richtigen Begründung.
Praxistipp
Nutze Leerlaufzeiten: Karteikarten auf dem Smartphone in Bus, Bahn oder Mittagspause sparen dir pro Woche leicht eine Stunde am Schreibtisch. Für komplexe Themen und Rechnen brauchst du aber ruhige, feste Blöcke.
Variante 1: In 4 Wochen intensiv zur §34k-Prüfung
Du hast Urlaub, Bildungszeit oder viel Vorwissen? Dann kannst du den Plan auf vier Wochen verdichten. Rechne mit rund 26 Stunden pro Woche – das entspricht einem Teilzeitjob.
| Woche | Inhalt |
|---|---|
| 1 | Kompletter Rechtsteil (Wochen 1–3 des Standardplans) |
| 2 | Kreditprodukte, Zinsen und Rechnen (Wochen 4–5) |
| 3 | Bonität, Sicherheiten, Risiken, Kundenberatung (Wochen 6–7) |
| 4 | Wiederholung und mindestens drei Prüfungssimulationen |
Beispielroutine: werktags 3 Stunden, am Wochenende jeweils 5,5 Stunden. Achtung: Verteiltes Wiederholen kommt bei dieser Variante zu kurz. Plane deshalb täglich feste Wiederholungsblöcke ein und lerne nicht stundenlang ohne Pause.
Variante 2: In 12 Wochen entspannt lernen
Du bist neu in der Branche, hast Kinder oder arbeitest im Schichtdienst? Dann sind 12 Wochen mit rund 9 Stunden pro Woche realistischer – etwa 1 Stunde an Werktagen und je 2 Stunden am Samstag und Sonntag.
| Wochen | Inhalt |
|---|---|
| 1–4 | Recht und Verbraucherkreditrecht |
| 5–8 | Kreditprodukte, Zinsen, Rechnen, Bonität, Sicherheiten |
| 9–10 | Kundenberatung und Wiederholung aller Bereiche |
| 11–12 | Prüfungssimulationen und Fehleranalyse |
Der Vorteil: Mehr Zeit für Wiederholung, weniger Stress. Der Nachteil: Die Motivation kann über drei Monate nachlassen. Setze dir deshalb Zwischenziele, etwa einen Wochentest jeden Sonntag.
Welche Lernmaterialien brauchst du für den Lernplan?
Ein guter Plan nützt wenig, wenn dir das passende Material fehlt. Du brauchst keine teure Bibliothek, aber ein paar feste Werkzeuge solltest du vor Woche 1 bereitlegen:
- Den DIHK-Rahmenplan als Inhaltsverzeichnis – hake jedes Lernziel ab, sobald du es beherrschst.
- Ein Lehrbuch oder Skript, das sich am Rahmenplan orientiert, plus unser Lernmaterial nach Lernbereichen.
- Karteikarten (Papier oder App) für Begriffe und Fristen – Inspiration liefert das §34k-Glossar.
- Einen nicht programmierbaren, batteriebetriebenen Taschenrechner, den du auch in der Prüfung verwendest.
- Ein Heft für dein Fehlerprotokoll und deine Zusammenfassungen.
- Übungsfragen für tägliche Kurztests und für die Simulation in Woche 8.
Wichtig: Wir sind keine IHK und bieten keine amtlichen Prüfungsfragen. Übungsfragen helfen dir, den Stoff anzuwenden – auswendig gelernte Antworten ersetzen aber kein Verständnis. Prüfe dich deshalb regelmäßig mit der Frage, ob du die Lösung auch begründen könntest.
So bleibst du dran: Motivation über acht Wochen
- Melde dich vor dem Lernstart verbindlich an – Termine findest du bei den IHK-Standorten.
- Trage alle Lernblöcke wie Kundentermine in deinen Kalender ein.
- Plane einen Puffertag pro Woche für Unvorhergesehenes.
- Miss deinen Fortschritt mit wöchentlichen Tests statt nach Gefühl.
- Belohne dich nach jeder abgeschlossenen Woche.
Und falls es beim ersten Mal nicht klappt: Die Prüfung kann unbegrenzt wiederholt werden. Welche Stolperfallen du von vornherein meiden solltest, zeigen die 15 typischen Fehler bei der §34k-Prüfung.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden pro Woche brauche ich für den 8-Wochen-Lernplan?
Rund 13 Stunden pro Woche. Grundlage ist die Empfehlung des DIHK-Rahmenplans von 140 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, also etwa 105 Stunden insgesamt.
Reichen auch vier Wochen Vorbereitung?
Das ist möglich, wenn du rund 26 Stunden pro Woche aufbringen kannst oder bereits Vorwissen aus Bank, Autohaus oder Finanzvertrieb mitbringst. Neben einem Vollzeitjob ist das sehr anstrengend.
Womit sollte ich anfangen – Recht oder Finanzierung?
Viele beginnen mit den rechtlichen Grundlagen, weil Begriffe wie Widerruf, Verbraucherdarlehen und Informationspflichten auch im Finanzierungsteil vorkommen. Wenn dir Zahlen leichter fallen, kannst du die Reihenfolge aber tauschen.
Wann sollte ich mich zur Prüfung anmelden?
Am besten vor dem Lernstart. Ein fester Termin motiviert. Achte auf den Anmeldeschluss deiner IHK – bei der IHK Berlin liegt er zum Beispiel zwei Wochen vor dem Termin.
Starte heute mit Woche 1: Teste dein Vorwissen mit unseren Übungsfragen und finde heraus, wo du stehst.