§34k-Prüfung vorbereiten: Die komplette Lernstrategie für die IHK-Sachkundeprüfung
Die komplette Lernstrategie für die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34k GewO: vom Rahmenplan über Lernmethoden bis zur Taktik am Prüfungstag.

Inhaltsverzeichnis
Du willst die §34k-Prüfung vorbereiten, hast aber einen vollen Arbeitsalltag und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie die IHK-Sachkundeprüfung für Darlehensvermittler aufgebaut ist, was in jedem Bereich geprüft wird und mit welchen Lernmethoden du den Stoff wirklich behältst. Stand: Oktober 2026.
Kurz gesagt: Um die §34k-Prüfung vorzubereiten, lernst du die drei Bereiche des DIHK-Rahmenplans (Kundenberatung, Recht/Vermittlung, Finanzierung) mit aktivem Abrufen und verteilten Wiederholungen, übst Rechenaufgaben mit deinem Taschenrechner und simulierst die Prüfung unter Echtzeit: 100 Fragen in 150 Minuten. Bestanden hast du ab 50 Punkten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Prüfung ist rein schriftlich und digital am PC: 100 Fragen, 150 Minuten ohne Pause, bestanden ab 50 von 100 Punkten.
- Teil 1 (Vermittlung und Beratung) hat 40 Fragen, Teil 2 (Finanzierung und Kreditprodukte) 60 Fragen. Kundenberatung ist in beide Teile integriert.
- Der DIHK-Rahmenplan empfiehlt 140 Unterrichtseinheiten – eine Empfehlung, keine Pflicht.
- Die wirksamsten Lernmethoden: aktives Abrufen, verteilte Wiederholung, Erklären in eigenen Worten und Prüfungssimulation.
- Du kannst die Prüfung unbegrenzt wiederholen.
Wie ist die §34k-Prüfung aufgebaut?
Bevor du einen Lernplan erstellst, solltest du genau wissen, worauf du hinarbeitest. Die Sachkundeprüfung nach § 34k GewO führt zum Abschluss „Geprüfte Fachfrau / Geprüfter Fachmann für Darlehensvermittlung IHK“. Sie wird von den Industrie- und Handelskammern abgenommen und ist der reguläre Weg zum Sachkundenachweis für Kreditvermittler.
Die Prüfung findet nur schriftlich statt, und zwar digital am PC in den Räumen der IHK. Einen mündlichen oder praktischen Teil gibt es nicht. Prüfungssprache ist Deutsch. Alle Details zu Ablauf, Anmeldung und Dauer findest du in unserem Prüfungs-Hub zur §34k-Sachkundeprüfung.
| Merkmal | Regelung |
|---|---|
| Form | Schriftlich, digital am PC in der IHK |
| Umfang | 100 Fragen, 100 Punkte |
| Dauer | 150 Minuten ohne Pause |
| Teil 1 | Kenntnisse für Vermittlung und Beratung zu Allgemein-Verbraucherdarlehen: 40 Fragen |
| Teil 2 | Finanzierung und Kreditprodukte: 60 Fragen |
| Bestehensgrenze | Mindestens 50 Punkte, keine Mindestpunktzahl je Teil |
| Ergebnis | Bestanden / nicht bestanden, keine Noten |
| Hilfsmittel | Eigener nicht programmierbarer Taschenrechner, zusätzlich Rechner in der Software |
| Wiederholung | Unbegrenzt möglich |
Wichtig für deine Strategie: Weil es keine Mindestpunktzahl je Bereich gibt, zählt nur die Gesamtpunktzahl. Du kannst also Schwächen in einem Teil durch Stärken im anderen ausgleichen. Teil 2 bringt mit 60 Fragen mehr Punkte – Finanzierungswissen und Rechenaufgaben solltest du deshalb auf keinen Fall vernachlässigen.
Hinweis
Wir sind keine IHK und bieten keine amtlichen Prüfungsfragen. Unsere Übungsfragen zur §34k-Prüfung orientieren sich am öffentlichen DIHK-Rahmenplan und helfen dir, den Stoff zu trainieren.
Was steht im DIHK-Rahmenplan – und wie viele Unterrichtseinheiten brauchst du?
Die Prüfungsinhalte sind in Anlage 1 zu § 1 Abs. 2 der Darlehensvermittlungsverordnung (DarlVermV) festgelegt. Der DIHK hat daraus einen Rahmenplan entwickelt (Stand August 2026, 28 Seiten), an dem sich Prüfungsfragen und Vorbereitungskurse orientieren. Er ist deine wichtigste Landkarte für das Lernen.
Der Rahmenplan empfiehlt insgesamt 140 Unterrichtseinheiten (UE). Eine Unterrichtseinheit umfasst üblicherweise 45 Minuten – das entspricht rund 105 Stunden Lernzeit. Diese Zahl ist eine Empfehlung für Lehrgänge, keine Pflicht. Wer bereits aus Bank, Autohaus oder Finanzvertrieb kommt, braucht oft weniger; Quereinsteiger sollten eher mehr einplanen.
| Bereich | Empfohlene UE | Anteil | Wo geprüft? |
|---|---|---|---|
| 1 Kundenberatung | 30 UE | ca. 21 % | Integriert in Teil 1 und Teil 2 |
| 2 Kenntnisse für Vermittlung und Beratung (Recht) | 50 UE | ca. 36 % | Teil 1 (40 Fragen) |
| 3 Finanzierung und Kreditprodukte | 60 UE | ca. 43 % | Teil 2 (60 Fragen) |
| Gesamt | 140 UE | 100 % | 100 Fragen |
Eine ausführliche Übersicht aller Lernziele findest du in unserem Lernmaterial zum Rahmenplan. Den Originaltext kannst du im DIHK-Rahmenplan (PDF) nachlesen.
Was wird in den einzelnen Prüfungsbereichen abgefragt?
Viele Prüflinge lernen zu breit oder zu oberflächlich. Wenn du die Inhalte jedes Bereichs kennst, kannst du gezielter vorgehen. Hier die Kernthemen laut Rahmenplan – jeweils mit Hinweisen, worauf du beim Lernen achten solltest.
Bereich 1: Kundenberatung
Dieser Bereich wird nicht als eigener Prüfungsteil abgefragt, sondern fließt in beide Teile ein. Typisch sind Fragen, die eine Beratungssituation beschreiben und von dir die richtige Reaktion verlangen. Inhalte sind unter anderem:
- Serviceerwartungen von Kunden, Besuchsvorbereitung und Kontaktwege
- Erfassung der Kundensituation: Daten, bestehende Darlehen, Überschuldungsschutz, ganzheitliche Analyse (z. B. nach DIN 77230)
- Bedarf und Motive des Kunden ermitteln
- Gesprächsführung: Eröffnung inklusive Statusangabe als Vermittler oder Berater, Fragetechniken, Umgang mit Einwänden, Abschluss
- Risiken und Ratenschutz erklären
- Eine negative Kreditentscheidung verständlich vermitteln
- Kundenbetreuung nach dem Abschluss
Lerntipp: Verknüpfe jede Phase des Beratungsgesprächs mit einer Rechtspflicht. Die Statusangabe in der Eröffnung hängt zum Beispiel direkt mit den Informationspflichten des Vermittlers zusammen. Mehr dazu im Pillar Kundenberatung und Recht für Darlehensvermittler.
Bereich 2: Kenntnisse für Vermittlung und Beratung (Recht)
Das ist der juristisch geprägte Teil und für viele Quereinsteiger die größte Hürde. Die Themenliste ist lang:
- Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Vertragsrecht (Widerruf, Rücktritt, Anfechtung), Kaufvertrag und Eigentumsvorbehalt
- Verbraucherkreditrecht: Abgrenzung Allgemein-Verbraucherdarlehen zu Immobiliar-Verbraucherdarlehen, Transparenz, Kündigung
- Informationspflichten des Vermittlers, SECCI und vorvertragliche Informationen, Vergütung, Kontenwahrheit
- Kapitaldienstfähigkeit, § 18a KWG, Geldwäschegesetz (Identifizierung)
- Pflichten nach § 34k GewO, Registrierung, Weiterbildung, Berufsverbände
- Verbraucherschutz: AGB, UWG, Widerruf, Preisangabenverordnung (PAngV), BaFin
- Beschwerden und Schlichtung, unlauterer Wettbewerb, Werbung für Verbraucherdarlehen nach PAngV
- Datenschutz, Auskunftsrechte bei automatisierter Bonitätsprüfung, Verschwiegenheit, KI-Verordnung (Risikoklassen)
- Aufsicht, EU-Binnenmarkt, Kreditmarkt, Konjunktur, Geldpolitik, Zinsrechnung
Lerntipp: Du musst keine Paragrafen auswendig aufsagen. Wichtiger ist, dass du Begriffe sicher unterscheidest – etwa Widerruf und Rücktritt – und weißt, welche Pflicht in welcher Situation greift. Beachte außerdem die neuen Verbraucherkreditregeln, die ab dem 20.11.2026 gelten, zum Beispiel die Erweiterung auf Buy now, pay later und das neue Widerrufsrecht beim Dispo.
Bereich 3: Finanzierung und Kreditprodukte
Mit 60 Fragen ist Teil 2 der punktstärkste Bereich. Hier stehen Produktwissen und Rechnen im Mittelpunkt:
- Finanzierungsanlässe und Produkte: Kontokorrent/Dispo, Ratendarlehen, Bauspardarlehen (außerhalb der Immobilienfinanzierung), Kreditkarte, Privatleasing, Avale/Mietgarantien, BNPL
- Fördermittel, Finanzierungsbedarf und Eigenmittel
- Score und Bonität, Effektivzins nach PAngV, variabler vs. fester Zins, Laufzeit, Ratenberechnung
- Kosten- und Finanzierungsplan, Unterlagen, Auszahlungsvoraussetzungen
- Kreditwürdigkeitsprüfung: Scoring, SCHUFA, Haushaltsrechnung, Tragfähigkeit, Betrugserkennung (Fraud)
- Sicherheiten: Sicherungsübereignung Kfz, Lohnabtretung, Verpfändung, AGB-Pfandrecht, Konkurrenz zum Eigentumsvorbehalt, Negativerklärung, Bürgschaft
- Kopplungsgeschäfte und Risiken (Objekt, persönliche Situation, Zinsänderung)
- Kündigung, Früherkennung, Privatinsolvenz, Vorfälligkeitsentschädigung, Prolongation, Umschuldung
Lerntipp: Rechne jede Formel mehrfach selbst durch – mit dem Taschenrechner, den du auch in der Prüfung nutzt. Die wichtigsten Formeln stehen in unserer §34k-Formelsammlung, die Produkte vertiefst du im Pillar Kreditprodukte und Finanzierung. Für Annuitäten und Effektivzins lohnen sich die Erklärer Annuitätendarlehen und Tilgungsplan sowie Effektiven Jahreszins berechnen.
Wissen, Anwendung, Interpretation: Wie tief musst du den Stoff beherrschen?
Prüfungsfragen fragen nicht alle gleich tief ab. In der Lernzielplanung unterscheidet man üblicherweise sogenannte Taxonomiestufen – also Schwierigkeitsebenen des Wissens. Für deine Vorbereitung sind drei Stufen hilfreich:
| Stufe | Was verlangt wird | Beispiel | So lernst du |
|---|---|---|---|
| Wissen | Begriffe, Fristen, Definitionen wiedergeben | Was ist eine Lohnabtretung? | Karteikarten, aktives Abrufen |
| Anwendung | Regeln auf einen Fall übertragen, rechnen | Monatsrate eines Ratenkredits berechnen | Rechenübungen, Fallbeispiele |
| Interpretation | Situationen bewerten, Lösungen abwägen | Welche Finanzierung passt zu dieser Kundin? | Fälle erklären, Begründungen formulieren |
Die Konsequenz: Reines Auswendiglernen reicht nicht. Spätestens bei Fallfragen musst du verstehen, warum eine Antwort richtig ist. Frage dich beim Lernen deshalb immer: „Könnte ich das einem Kunden erklären?“ und „Was würde sich ändern, wenn der Fall leicht anders wäre?“
Welche Lernmethoden helfen bei der §34k-Prüfung wirklich?
Viele lesen ihre Unterlagen mehrfach durch und markieren fleißig. Das fühlt sich produktiv an, bringt aber wenig. Lernpsychologisch gut belegt sind dagegen Methoden, bei denen du dein Gehirn aktiv arbeiten lässt. Diese vier solltest du kombinieren.
1. Active Recall: Wissen aktiv abrufen
Active Recall bedeutet, dass du Wissen aus dem Gedächtnis holst, statt es nur wiederzuerkennen. Klappe das Buch zu und schreibe auf, was du zu einem Thema weißt. Oder beantworte Übungsfragen, bevor du die Lösung ansiehst. Gerade das mühsame Erinnern verankert den Stoff.
Praktisch: Formuliere nach jedem Lernabschnitt drei Fragen an dich selbst. Beispiel nach dem Kapitel Sicherheiten: „Was unterscheidet Sach- von Personensicherheiten? Wann greift eine Negativerklärung? Wie funktioniert eine Sicherungsübereignung beim Kfz?“
2. Spaced Repetition: verteilt wiederholen
Spaced Repetition heißt, dass du Inhalte in wachsenden Abständen wiederholst – etwa nach einem Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche und nach zwei Wochen. So überführst du Wissen ins Langzeitgedächtnis. Karteikarten-Apps mit Wiederholungsalgorithmus nehmen dir die Planung ab, eine Papierkartei mit Fächern funktioniert genauso.
Ideal für: Fachbegriffe, Fristen, Abgrenzungen. Unser §34k-Glossar liefert dir die Begriffe, aus denen du deine Karten erstellen kannst.
3. Feynman-Methode: in einfachen Worten erklären
Bei der Feynman-Methode erklärst du ein Thema so, als würdest du es einem zwölfjährigen Kind beibringen. Wo du ins Stocken gerätst oder Fachjargon brauchst, hast du eine Lücke gefunden. Diese Lücke schließt du, dann erklärst du erneut.
Für Darlehensvermittler ist das doppelt nützlich: Genau diese Fähigkeit brauchst du später im Kundengespräch. Erkläre zum Beispiel laut, warum der effektive Jahreszins höher als der Sollzins sein kann. Hilfe dazu bietet der Vergleich Sollzins vs. Effektivzins.
4. Prüfungssimulation: unter Echtbedingungen üben
Spätestens in den letzten zwei Wochen solltest du komplette Probedurchläufe machen: 100 Fragen, 150 Minuten, ohne Pause, ohne Handy, nur mit deinem Taschenrechner. So trainierst du Konzentration und Zeitgefühl. Werte danach jeden Fehler aus und notiere, ob es an Wissen, Rechenweg oder Leseflüchtigkeit lag.
Praxistipp
Führe ein Fehlerprotokoll: Datum, Thema, falsche Antwort, richtige Begründung. Vor der Prüfung ist dieses Protokoll dein wertvollstes Wiederholungsmaterial – es zeigt genau deine persönlichen Schwachstellen.
Wie du diese Methoden über mehrere Wochen verteilst, zeigt dir unser 8-Wochen-Lernplan für Berufstätige.
Zeitmanagement: Wie teilst du 150 Minuten für 100 Fragen ein?
Rechnerisch hast du durchschnittlich 1,5 Minuten pro Frage. Das klingt knapp, ist aber gut machbar – denn viele Wissensfragen beantwortest du in 30 bis 60 Sekunden. Die gewonnene Zeit brauchst du für Rechen- und Fallaufgaben.
| Phase | Zeit | Ziel |
|---|---|---|
| Erster Durchgang: alle sicheren Fragen | ca. 75–90 Min. | Schnelle Punkte sichern, schwierige Fragen markieren |
| Zweiter Durchgang: Rechen- und Fallaufgaben | ca. 40–50 Min. | Markierte Fragen in Ruhe lösen |
| Kontrolle | ca. 10–15 Min. | Unbeantwortete Fragen prüfen, Eingaben kontrollieren |
Setze dir Zwischenziele: Nach etwa 50 Minuten solltest du ungefähr ein Drittel bis die Hälfte der Fragen bearbeitet haben, je nachdem, wie viele du markiert hast. Hängst du an einer Frage länger als drei Minuten fest, markiere sie und gehe weiter. Eine einzelne Frage ist nur einen Punkt wert.
Prüfungstipp
Prüfe in deinem Probedurchlauf, ob die Prüfungssoftware das Markieren und Zurückspringen erlaubt – in den meisten digitalen Prüfungen ist das üblich. Frage im Zweifel vor Beginn die Aufsicht. Lass am Ende keine Frage unbeantwortet, sofern die Bewertung keine Minuspunkte vorsieht.
Taschenrechner-Tipps: So holst du die Rechenpunkte
Erlaubt ist ein eigener nicht programmierbarer, batteriebetriebener und nicht kommunikationsfähiger Taschenrechner. Zusätzlich gibt es einen Rechner in der Prüfungssoftware. Unsere Empfehlung: Bring deinen eigenen mit und übe ausschließlich mit diesem Modell.
- Kauf den Rechner nicht erst kurz vor der Prüfung – du solltest Potenzfunktion (für qn), Klammern und Speichertaste blind bedienen können.
- Prüfe, ob dein Modell programmierbar ist. Im Zweifel bei deiner IHK nachfragen.
- Lege frische Batterien ein oder nimm Ersatz mit.
- Rechne mit Zwischenergebnissen im Speicher statt mit gerundeten Werten – Rundungsfehler führen sonst zu einer falschen Antwortoption.
- Mach eine Plausibilitätsprüfung: Kann die Monatsrate realistisch sein? Sind die Zinskosten kleiner als der Kreditbetrag?
Rechenbeispiel
Ein Ratenkredit über 10.000 € mit 6 % Sollzins p. a. und 48 Monaten Laufzeit. Die Annuitätenformel lautet R = K · qn · (q − 1) / (qn − 1) mit q = 1 + 0,06/12 = 1,005.
R = 10.000 · 1,00548 · 0,005 / (1,00548 − 1) ≈ 234,85 € pro Monat.
Im ersten Monat beträgt der Zinsanteil 10.000 · 0,06 / 12 = 50,00 €, der Tilgungsanteil also 184,85 €. Insgesamt zahlt der Kunde rund 11.272,81 €, davon etwa 1.272,81 € Zinsen.
Rechenaufgaben selbst prüfen kannst du mit unseren Kredit- und Tilgungsrechnern.
Fragetypen: Welche Taktik passt zu welcher Aufgabe?
Die Prüfung nutzt elektronisch auswertbare Fragetypen: Single Choice, Multiple Choice, Rechenaufgaben, Reihenfolge, Zuordnung und Lückentext. Jeder Typ hat seine eigenen Fallen.
Single Choice
Genau eine Antwort ist richtig. Lies zuerst die Frage, formuliere im Kopf eine eigene Antwort und suche sie dann unter den Optionen. Hilft das nicht, schließe falsche Optionen aus. Achtung bei absoluten Formulierungen wie „immer“, „nie“ oder „ausschließlich“ – sie sind häufig ein Hinweis auf eine falsche Aussage, aber nicht immer.
Multiple Choice
Mehrere Antworten können richtig sein. Bewerte jede Option einzeln als wahr oder falsch, statt nach einem „Gefühl“ für die Gesamtzahl zu gehen. Achte darauf, ob die Frage angibt, wie viele Antworten richtig sind.
Rechenaufgaben
Notiere zuerst die gegebenen Werte und die Formel auf deinem Notizpapier, dann rechne. Prüfe die Einheit: monatlich oder jährlich, Prozent oder Dezimalzahl? Ein häufiger Fehler ist, den Jahreszins nicht durch 12 zu teilen. Bei Antwortoptionen, die nah beieinander liegen, entscheidet saubere Rundung.
Zuordnung und Reihenfolge
Beginne mit den Paaren, bei denen du dir sicher bist – so bleiben weniger Möglichkeiten für den Rest. Bei Reihenfolgen (z. B. Phasen des Beratungsgesprächs oder Schritte bis zur Auszahlung) hilft eine Eselsbrücke, die du dir vorher gebaut hast.
Lückentext
Lies den ganzen Satz, bevor du die Lücke füllst. Grammatik und Zusammenhang verraten oft, welcher Begriff passt. Hier zahlt sich präzises Begriffswissen aus deinen Karteikarten aus.
Typische Stolperfallen zu allen Fragetypen haben wir in den 15 häufigsten Fehlern bei der §34k-Prüfung zusammengestellt.
Teste dein Wissen: 5 Übungsfragen
Probiere die Methode Active Recall gleich aus. Beantworte die folgenden Fragen, bevor du die Lösung ansiehst:
Lädt Fragen …
Selbststudium oder Vorbereitungskurs: Was passt zu dir?
Ein Kurs ist keine Pflicht – du kannst dich vollständig selbst vorbereiten. Welche Variante passt, hängt von deinem Vorwissen, deiner Disziplin und deinem Budget ab.
Selbststudium
- Flexibel: lernen, wann und wo du willst
- Günstiger, du zahlst nur Lernmaterial
- Eigenes Tempo, Vorwissen überspringen
- Erfordert Selbstdisziplin und einen festen Plan
- Rückfragen musst du selbst recherchieren
Vorbereitungskurs (Präsenz/Online)
- Feste Struktur und Termine
- Dozent beantwortet Fragen direkt
- Austausch mit anderen Teilnehmern
- Höhere Kosten und weniger Flexibilität
- Tempo richtet sich nach der Gruppe
Unsere Faustregel: Wer bereits Erfahrung mit Krediten hat und selbstorganisiert lernt, kommt mit Selbststudium und vielen Übungsfragen gut zurecht. Wer neu in der Branche ist und Rechtsthemen schwer findet, profitiert oft von einem Kurs – zumindest für den Rechtsteil. Eine Mischform ist ebenfalls sinnvoll.
Hinweis
Prüfe vor dem Lernen, ob du die Prüfung überhaupt brauchst. Bestimmte Berufsabschlüsse sind gleichgestellt, und für langjährige Vermittler gibt es die Alte-Hasen-Regelung. Details: Gleichgestellte Qualifikationen, Alte-Hasen-Regelung und alle Wege zum Sachkundenachweis im Vergleich.
Anmeldung und Termin: Was du vor dem Lernstart klären solltest
Es gibt keine bundeseinheitlichen Prüfungstermine. Jede IHK, die die Prüfung anbietet, legt ihre Termine selbst fest. Du kannst jede anbietende IHK wählen – nicht jede Kammer bietet die Prüfung aber an. Die ersten Prüfungen finden im November 2026 statt.
Unser Rat: Melde dich frühzeitig an. Ein fester Termin wirkt als Motivationsanker und verhindert, dass du das Lernen vor dir herschiebst. Achte auf die Anmeldeschlüsse – bei der IHK Berlin liegen sie zum Beispiel zwei Wochen vor dem jeweiligen Termin. Termine und Kammern findest du unter IHK-Standorte und Prüfungstermine, Gebühren-Beispiele unter §34k-Prüfung: Gebühren und Termine.
Der Prüfungstag: So gehst du entspannt in die Prüfung
Am Prüfungstag geht es nicht mehr ums Lernen, sondern darum, dein Wissen abzurufen. Gute Vorbereitung auf den Ablauf nimmt dir Nervosität.
- Am Vorabend Nichts Neues mehr lernen. Lies höchstens dein Fehlerprotokoll und die Formelsammlung kurz durch. Pack Ausweis, Einladung, Taschenrechner und Ersatzbatterien ein.
- Anreise Plane einen Zeitpuffer ein. Prüfe vorher, wo genau die Prüfungsräume liegen.
- Vor dem Start Lies die Bedienhinweise der Prüfungssoftware aufmerksam. Kläre offene Fragen mit der Aufsicht, bevor die Zeit läuft.
- Während der Prüfung Arbeite in zwei Durchgängen, markiere schwierige Fragen und behalte die Uhr im Blick.
- Am Ende Kontrolliere, dass jede Frage beantwortet ist. Bei der IHK Berlin ist das Ergebnis direkt nach der Prüfung sichtbar – wie es bei deiner IHK gehandhabt wird, erfährst du dort.
Denk daran: Die Prüfung dauert 150 Minuten ohne Pause. Iss vorher etwas, trink ausreichend und geh vor dem Start noch einmal zur Toilette.
Nicht bestanden? So geht es weiter
Ein Fehlversuch ist ärgerlich, aber kein Drama: Die Prüfung kann unbegrenzt wiederholt werden. Wichtig ist, dass du die richtigen Schlüsse ziehst.
- Notiere direkt nach der Prüfung, welche Themen dir schwergefallen sind – solange die Erinnerung frisch ist.
- Vergleiche diese Liste mit deinem Fehlerprotokoll aus den Übungen.
- Prüfe deine Lernmethode: Hast du zu viel gelesen und zu wenig abgerufen?
- Plane zwei bis vier Wochen gezielte Nacharbeit, statt alles von vorn zu lernen.
- Melde dich zum nächsten Termin an. Informiere dich bei deiner IHK über die Gebühr für die Wiederholung – die Regelungen unterscheiden sich.
Dein Fahrplan zur §34k-Prüfung im Überblick
Damit du nichts vergisst, hier alle Bausteine einer erfolgreichen Vorbereitung auf einen Blick:
- Sachkunde-Weg klären Brauchst du die Prüfung oder greift eine gleichgestellte Qualifikation bzw. die Alte-Hasen-Regelung?
- IHK und Termin wählen Anmeldeschluss notieren, verbindlich anmelden.
- Lernplan erstellen Rund 105 Stunden auf deine verfügbaren Wochen verteilen.
- Bereich für Bereich lernen Recht, Finanzierung und Kundenberatung mit Active Recall und Spaced Repetition.
- Rechnen trainieren Täglich ein paar Rechenaufgaben mit dem eigenen Taschenrechner.
- Prüfung simulieren Mindestens zwei vollständige Durchläufe unter Echtzeit.
- Prüfungstag Ruhig bleiben, zwei Durchgänge, keine Frage leer lassen.
Zum Abhaken und Ausdrucken gibt es unsere §34k-Checkliste in 12 Schritten. Offene Fragen beantworten wir in den 30 häufigsten Fragen zu §34k. Und wenn du den rechtlichen Rahmen der Erlaubnis verstehen willst, lies den kompletten Leitfaden zu § 34k GewO.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich mich auf die §34k-Prüfung vorbereiten?
Der DIHK-Rahmenplan empfiehlt 140 Unterrichtseinheiten. Bei 45 Minuten pro Einheit sind das rund 105 Stunden. Berufstätige planen dafür meist 8 Wochen mit etwa 13 Stunden pro Woche ein – mit Vorwissen aus Bank oder Finanzvertrieb oft weniger.
Muss ich einen Vorbereitungskurs besuchen?
Nein. Ein Kurs ist keine Voraussetzung für die Zulassung. Die 140 Unterrichtseinheiten aus dem Rahmenplan sind eine Empfehlung, keine Pflicht. Du kannst dich auch vollständig im Selbststudium vorbereiten.
Wie viele Punkte brauche ich zum Bestehen?
Du brauchst mindestens 50 von 100 Punkten. Eine Mindestpunktzahl je Prüfungsteil gibt es nicht. Das Ergebnis lautet nur bestanden oder nicht bestanden, Noten werden nicht vergeben.
Welche Hilfsmittel sind in der Prüfung erlaubt?
Erlaubt ist ein eigener nicht programmierbarer, batteriebetriebener und nicht kommunikationsfähiger Taschenrechner. Zusätzlich steht ein Rechner in der Prüfungssoftware zur Verfügung.
Was passiert, wenn ich durchfalle?
Du kannst die Prüfung unbegrenzt wiederholen. Melde dich bei einer IHK, die die Prüfung anbietet, zu einem neuen Termin an und arbeite gezielt die Themen nach, bei denen du unsicher warst.
Bereit für den ersten Test? Trainiere mit unseren Übungsfragen zu Recht, Beratung und Finanzierung – sortiert nach den Bereichen des Rahmenplans.
Hinweis
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind Gesetz, DarlVermV und die Auskunft deiner zuständigen Erlaubnisbehörde/IHK.